Wasserfilter sinnvoll? Wann sich ein Filter wirklich lohnt
Brauche ich einen Wasserfilter in Deutschland?
Deutsches Leitungswasser gehört zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln überhaupt. Die Trinkwasserverordnung schreibt regelmäßige Prüfungen auf über 50 Parameter vor – von Schwermetallen bis hin zu mikrobiologischen Verunreinigungen. Grundsätzlich kann man Leitungswasser in Deutschland also bedenkenlos trinken.
Trotzdem greifen Millionen Deutsche täglich zum Wasserfilter. Ist das reine Geldverschwendung – oder gibt es gute Gründe dafür?
Wann ein Wasserfilter sinnvoll ist
Hartes Wasser und Kalkprobleme
Der häufigste Grund für einen Wasserfilter: Kalk. In vielen Regionen Deutschlands liegt die Wasserhärte bei über 14 °dH (Grad deutscher Härte). Das ist gesundheitlich unbedenklich, hat aber spürbare Nachteile:
- Kalkablagerungen in Wasserkocher und Kaffeemaschine
- Beeinträchtigter Geschmack von Tee und Kaffee
- Weiße Ränder auf Gläsern und Armaturen
Ein Tischwasserfilter wie der BRITA Marella oder der BWT Vida reduziert die Wasserhärte deutlich und verbessert den Geschmack merklich. Gerade Tee- und Kaffeetrinker berichten von einem großen Unterschied.
Alte Hausleitungen
Die Trinkwasserverordnung gilt bis zum Hausanschluss. Danach ist der Hauseigentümer verantwortlich. In Altbauten mit Leitungen aus der Zeit vor 1973 können Bleirohre verbaut sein. Obwohl seit 2013 ein strenger Grenzwert von 10 Mikrogramm pro Liter gilt, sind nicht alle Altbauten saniert.
Auch Kupferleitungen können bei weichem, saurem Wasser erhöhte Kupferwerte abgeben. Wer unsicher ist, kann beim zuständigen Wasserversorger oder Gesundheitsamt eine Wasseranalyse anfordern.
Chlorgeschmack
In manchen Regionen – besonders nach Starkregen oder bei langen Leitungswegen – wird dem Trinkwasser Chlor zugesetzt. Das ist gesundheitlich unbedenklich, schmeckt aber unangenehm. Aktivkohlefilter entfernen Chlor sehr zuverlässig.
Medikamentenrückstände und Mikroplastik
Spurenstoffe wie Medikamentenrückstände, Pestizide und Mikroplastik werden von herkömmlichen Wasserwerken nicht vollständig entfernt. Zwar liegen die gemessenen Konzentrationen weit unter kritischen Werten, dennoch wächst das Bewusstsein für diese Thematik. Hochwertige Wasserfilter mit Aktivkohle können einen Teil dieser Spurenstoffe reduzieren.
Wann ein Wasserfilter weniger sinnvoll ist
Nicht jeder braucht einen Filter. In diesen Fällen können Sie sich die Ausgabe sparen:
- Weiches Wasser (unter 8 °dH): Kalk ist kein Problem, der Geschmack meist einwandfrei.
- Neubauten mit modernen Leitungen: Edelstahl- oder Kunststoffrohre geben keine Schadstoffe ab.
- Nur zum „Gesundmachen”: Deutsches Leitungswasser ist bereits sicher. Ein Filter macht es nicht grundlegend gesünder.
Was kosten Wasserfilter im Unterhalt?
Die Anschaffung eines Tischwasserfilters ist günstig – Einsteigermodelle wie der Wessper AquaMax gibt es ab rund 13 EUR. Die laufenden Kosten entstehen durch Ersatzkartuschen:
| Filtertyp | Kartusche ca. | Wechselintervall | Kosten/Jahr |
|---|---|---|---|
| BRITA MAXTRA PRO | 7–9 EUR | alle 4 Wochen | 85–110 EUR |
| BWT Mg2+ | 6–8 EUR | alle 4 Wochen | 75–100 EUR |
| BRITA-kompatibel | 3–5 EUR | alle 4 Wochen | 40–65 EUR |
Selbst im teuersten Fall ist gefiltertes Leitungswasser deutlich günstiger als Flaschenwasser – und spart zudem Schlepperei und Plastikmüll.
Wasserhärte herausfinden
Ihre Wasserhärte können Sie auf der Website Ihres lokalen Wasserversorgers nachschlagen. Alternativ gibt es Teststreifen in jeder Apotheke oder Drogerie für wenige Euro.
Fazit: Für wen lohnt sich ein Wasserfilter?
Ein Wasserfilter ist sinnvoll, wenn Sie in einer Region mit hartem Wasser leben, gerne Tee oder Kaffee trinken, in einem Altbau wohnen oder den Chlorgeschmack loswerden möchten. Er ist nicht zwingend nötig, wenn Ihr Wasser weich ist und die Hausleitungen modern sind.
Für die meisten deutschen Haushalte bietet ein einfacher Tischwasserfilter ein spürbares Plus an Geschmack und Komfort – bei überschaubaren Kosten. Unsere Empfehlung: Testen Sie es einfach mit einem günstigen Modell und entscheiden Sie selbst, ob Sie den Unterschied schmecken.