PFAS im Leitungswasser: Was hilft wirklich?

Redaktion

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PFAS sind überall — in Regenjacken, Bratpfannen, Löschschaum und auch im Trinkwasser. Seit dem 12. Januar 2026 gelten in Deutschland erstmals verbindliche Grenzwerte für diese sogenannten Ewigkeitschemikalien. Was das für dein Leitungswasser bedeutet und ob ein Wasserfilter sinnvoll ist, erfährst du hier.

Was sind PFAS — und warum sind sie seit Januar 2026 im Fokus?

PFAS steht für Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen — eine Gruppe von über 10.000 synthetischen Chemikalien. Ihre besondere Eigenschaft: Sie sind extrem stabil. Weder Hitze, noch Wasser, noch Mikroorganismen können sie zerlegen. Genau deshalb heißen sie Ewigkeitschemikalien — einmal in die Umwelt gelangt, bleiben sie dort praktisch für immer.

Woher kommen PFAS?

PFAS werden seit den 1950er-Jahren industriell eingesetzt. Sie stecken unter anderem in:

  • Beschichtungen (Teflon-Pfannen, Backpapier, Outdoor-Kleidung)
  • Löschschaum (an Flughäfen, Militärstandorten und Industriegebieten)
  • Lebensmittelverpackungen (fettabweisende Beschichtungen)
  • Industrieabwässern (Chemieparks, Galvanik, Papierherstellung)

Über Klärschlämme, kontaminierte Böden und Sickerwasser gelangen PFAS ins Grundwasser — und damit potenziell ins Trinkwasser.

Was macht PFAS problematisch?

PFAS reichern sich im menschlichen Körper an (Bioakkumulation). Die Halbwertszeit einzelner Verbindungen wie PFOS liegt bei 4–5 Jahren im menschlichen Blut. Studien bringen PFAS-Belastung mit verschiedenen gesundheitlichen Auswirkungen in Verbindung, darunter Schilddrüsenerkrankungen, erhöhte Cholesterinwerte und eine geschwächte Immunantwort. Die Forschung dazu läuft noch — aber das Vorsorgeprinzip greift.

Die neuen Grenzwerte seit Januar 2026

Die novellierte Trinkwasserverordnung (TrinkwV) setzt seit dem 12. Januar 2026 erstmals verbindliche PFAS-Grenzwerte:

GrenzwertGültig abDetails
100 ng/L (Summe PFAS-20)12. Januar 2026Summengrenzwert für 20 definierte PFAS-Verbindungen
20 ng/L (Einzelstoffe)2028Strengerer Einzelstoffgrenzwert für PFOA, PFOS, PFNA und PFHxS

Eine BUND-Studie aus 2025 zeigte: In der Mehrheit der untersuchten Proben waren PFAS nachweisbar — wenn auch häufig unterhalb der neuen Grenzwerte. Regionale Hotspots gibt es vor allem in der Nähe von Industriestandorten, Flughäfen und ehemaligen Militärgeländen.

Die wichtigste Einordnung: Deutsches Trinkwasser gehört weiterhin zu den sichersten der Welt. Die neuen Grenzwerte schaffen zusätzliche Sicherheit. Aber es gibt regionale Unterschiede — und wer in einem belasteten Gebiet lebt, sollte sich informieren. Mehr zur Trinkwasserqualität in Deutschland findest du in unserem ausführlichen Artikel zu Leitungswasser.

Welche Wasserfilter reduzieren PFAS im Haushalt?

Nicht jeder Filter ist gleich wirksam gegen PFAS. Entscheidend ist die verwendete Filtertechnologie — und ob sie auf langkettige, kurzkettige oder beide PFAS-Typen wirkt.

Filtertypen im Überblick

FiltertypPFAS-ReduktionFunktionsprinzipBeispielprodukt
Aktivkohle (Granulat)Mittel — vor allem langkettige PFAS (PFOA, PFOS)Adsorption an der KohleoberflächeBRITA Marella, BWT Penguin
Hohlfasermembran + AktivkohleGut — breiteres PFAS-SpektrumMechanische Filtration + AdsorptionBRITA On Tap, Philips AWP2980
UmkehrosmoseSehr gut — auch kurzkettige PFASDruckfiltration durch semipermeable MembranUntertischgeräte (ab ca. 200 EUR)

Was die Tabelle bedeutet

Langkettige PFAS wie PFOA und PFOS haben größere Moleküle. Aktivkohle kann sie relativ gut adsorbieren, weil sie an der großen Oberfläche der Kohle haften bleiben. Kurzkettige PFAS wie GenX oder PFBS sind kleiner und „rutschen” leichter durch — hier braucht es entweder eine Membranbarriere oder spezielle Ionenaustauscherharze.

Für die meisten Haushalte bietet die Kombination aus Hohlfasermembran und Aktivkohle den besten Kompromiss aus Wirksamkeit, Preis und Alltagstauglichkeit. Der BRITA On Tap ist hier unsere Empfehlung: Er wird direkt am Wasserhahn montiert, filtert im Durchfluss und kombiniert beide Technologien. Als Alternative bietet der Philips AWP2980 ein ähnliches Prinzip mit eigenem Filterdesign.

Umkehrosmose-Anlagen liefern die gründlichste Filtration, sind aber für die meisten Haushalte überdimensioniert. Sie entfernen neben PFAS auch Mineralien, verbrauchen mehr Wasser und kosten deutlich mehr. Einen Überblick dazu findest du in unserem Untertisch-Wasserfilter-Vergleich.

Wie gut schützt ein Tischwasserfilter wie BRITA wirklich?

Die Frage „Filtert BRITA PFAS?” wird aktuell häufig gestellt — zu Recht. Die Antwort ist differenziert.

BRITA Marella mit MAXTRA PRO

Der BRITA Marella mit MAXTRA PRO Kartusche nutzt Aktivkohle-Granulat und Ionenaustauscher. Laboruntersuchungen zeigen, dass er langkettige PFAS wie PFOA und PFOS teilweise reduzieren kann. Allerdings:

  • Die MAXTRA PRO Kartusche ist nicht explizit für PFAS zertifiziert
  • Die Reduktionsrate nimmt mit der Nutzungsdauer ab
  • Kurzkettige PFAS werden nur eingeschränkt erfasst
  • Die tatsächliche Leistung hängt von der PFAS-Konzentration und dem Wasservolumen ab

Für Haushalte, die primär Geschmack und Kalk filtern wollen und die PFAS-Reduktion als zusätzlichen Bonus sehen, ist der BRITA Marella eine solide Wahl. Als alleinige Schutzmaßnahme gegen hohe PFAS-Werte reicht ein Kannenfilter aber nicht aus.

BWT Penguin

Der BWT Penguin arbeitet mit Ionenaustausch und Aktivkohle. Ionenaustauscherharze können bestimmte PFAS-Verbindungen binden, die an Aktivkohle allein vorbeigehen würden. Auch hier gilt: Die Filterleistung bei PFAS ist ein Nebeneffekt, keine zertifizierte Primärfunktion.

Ehrliche Einordnung

Tischwasserfilter sind besser als nichts — aber kein zertifizierter PFAS-Schutz. Wer gezielt PFAS reduzieren möchte, fährt mit einem Wasserhahnfilter mit Hohlfasermembran wie dem BRITA On Tap deutlich besser. Den direkten Vergleich zwischen Tischwasserfiltern und Wasserhahnfiltern findest du in unserem Vergleichsartikel.

Wann lohnt sich ein Wasserfilter gegen PFAS — und wann nicht?

Bevor du in einen Filter investierst, solltest du wissen, wie es um dein Leitungswasser steht.

So prüfst du deine regionale Wasserqualität

  1. Website deines Wasserversorgers: Die meisten kommunalen Versorger veröffentlichen aktuelle Analyseergebnisse online — inklusive PFAS-Werte.
  2. UBA-Trinkwasserdatenbank: Das Umweltbundesamt stellt überregionale Daten zur Trinkwasserqualität bereit.
  3. Eigene Wasseranalyse: Bei konkretem Verdacht (z. B. Nähe zu Industriegebiet oder Flughafen) kannst du eine professionelle Analyse bei einem akkreditierten Labor beauftragen. Kosten: ca. 100–200 EUR für ein PFAS-Screening.

Wann ein Filter sinnvoll ist

  • PFAS-Werte nahe am Grenzwert: Auch wenn der Grenzwert eingehalten wird, bietet ein Filter eine zusätzliche Sicherheitsschicht.
  • Risikogruppen im Haushalt: Schwangere, Stillende und Kleinkinder sind empfindlicher gegenüber PFAS. Hier ist Vorsorge besonders nachvollziehbar.
  • Allgemeines Vorsorgeprinzip: Du möchtest deine Schadstoffaufnahme insgesamt minimieren — PFAS sind dabei nur ein Baustein neben Chlor, Mikroplastik und Schwermetallen. Mehr dazu in unserem Artikel zu Wasserfiltern gegen Mikroplastik und Schadstoffe.

Wann du nicht auf einen Haushaltsfilter allein setzen solltest

  • PFAS-Werte deutlich über dem Grenzwert: In diesem Fall liegt das Problem bei der Wasserversorgung. Kontaktiere deinen Wasserversorger und das zuständige Gesundheitsamt. Ein Haushaltsfilter kann eine vorübergehende Maßnahme sein, ersetzt aber nicht die Sanierung der Quelle.
  • Industrielle Kontamination in der Nachbarschaft: Bei bekannter Altlast oder laufendem Sanierungsverfahren sind die Behörden in der Pflicht — nicht du mit einem 30-EUR-Filter.

Ob sich ein Wasserfilter grundsätzlich für dich lohnt, haben wir im Detail in unserem Ratgeber Wasserfilter sinnvoll? aufbereitet.

Fazit

PFAS sind ein reales Thema — aber kein Grund zur Panik. Die neuen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung zeigen, dass die Regulierung ernst genommen wird. Für die allermeisten Haushalte in Deutschland ist Leitungswasser weiterhin sicher.

Wer eine zusätzliche Schutzschicht möchte, ist mit einem Wasserhahnfilter mit Hohlfasermembran am besten beraten. Der BRITA On Tap kombiniert Aktivkohle und Membranfiltration und bietet damit die breiteste PFAS-Reduktion im Haushaltsbereich — ohne die Komplexität und Kosten einer Umkehrosmose-Anlage.

Tischwasserfilter wie der BRITA Marella reduzieren langkettige PFAS zumindest teilweise und bieten gleichzeitig Vorteile bei Geschmack, Kalk und Chlor. Als alleinige PFAS-Lösung reichen sie allerdings nicht aus.

Drei praktische Schritte:

  1. Prüfe die PFAS-Werte deines Wasserversorgers
  2. Entscheide auf Basis der Ergebnisse, ob ein Filter nötig ist
  3. Wähle die passende Filtertechnologie — unser Wasserfilter-Kaufratgeber 2026 hilft dir dabei

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  • Kartuschen nicht so weit verbreitet wie BRITA
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Häufig gestellte Fragen

Sind PFAS im deutschen Leitungswasser gefährlich?

Deutsches Trinkwasser ist grundsätzlich sicher und wird streng kontrolliert. Seit Januar 2026 gelten neue PFAS-Grenzwerte (100 ng/L für PFAS-20). In Einzelfällen können regionale Belastungen über dem Grenzwert liegen — vor allem in der Nähe von Industriegebieten oder Flughäfen.

Filtert ein BRITA-Wasserfilter PFAS?

Aktivkohlefilter wie BRITA MAXTRA PRO können langkettige PFAS (PFOA, PFOS) teilweise reduzieren. Für eine zuverlässigere Reduktion empfiehlt sich ein Filtersystem mit Hohlfasermembran wie der BRITA ON TAP. Kurzkettige PFAS werden von Aktivkohle allerdings weniger gut erfasst.

Wie finde ich heraus, ob mein Leitungswasser PFAS enthält?

Die Trinkwasserqualität Ihrer Region können Sie auf der Website Ihres lokalen Wasserversorgers oder über die UBA-Trinkwasserdatenbank einsehen. Bei konkretem Verdacht können Sie eine professionelle Wasseranalyse beauftragen.

Was bedeuten die neuen PFAS-Grenzwerte ab 2026?

Seit dem 12. Januar 2026 gilt ein Summengrenzwert von 100 ng/L für 20 PFAS-Verbindungen (PFAS-20). Ab 2028 folgt ein strengerer Einzelstoffgrenzwert für PFOA, PFOS, PFNA und PFHxS.

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