Wasserfilter-Glossar

Die wichtigsten Fachbegriffe rund um Wasserfilter und Trinkwasser – verständlich erklärt. Klicke auf einen Begriff, um die Erklärung aufzuklappen.

Aktivkohle

Poröser Kohlenstoff mit extrem großer Oberfläche (bis zu 1.500 m² pro Gramm), der Schadstoffe wie Chlor, Pestizide und organische Verbindungen durch Adsorption bindet. Aktivkohle ist die am häufigsten eingesetzte Filtertechnologie in Tischwasserfiltern und Wasserhahnfiltern.

Chlor

Desinfektionsmittel, das von Wasserwerken zur Abtötung von Bakterien eingesetzt wird. In Deutschland wird Chlor nur selten und in geringen Mengen verwendet (max. 0,3 mg/l laut Trinkwasserverordnung). Aktivkohlefilter entfernen Chlor zuverlässig und verbessern damit den Geschmack des Wassers.

Durchflussrate

Die Menge an Wasser, die ein Filter pro Minute durchlassen kann, angegeben in Litern pro Minute (l/min). Eine hohe Durchflussrate bedeutet schnelleres Filtern. Wasserhahnfilter liegen typisch bei 1,5–2 l/min, Umkehrosmose-Anlagen bei 0,3–1,5 l/min.

Ionenaustauscher

Kunstharzperlen, die unerwünschte Ionen (z. B. Calcium und Magnesium, die Kalk verursachen) gegen harmlose Ionen (z. B. Natrium oder Wasserstoff) austauschen. In Tischwasserfiltern arbeiten Ionenaustauscher zusammen mit Aktivkohle, um Kalk und Schwermetalle zu reduzieren.

Kalkschutz

Maßnahmen zur Reduzierung von Kalkablagerungen (Calciumcarbonat) in Wasserkochern, Kaffeemaschinen und Leitungen. Wasserfilter mit Ionenaustauscher reduzieren die Wasserhärte und damit die Kalkbildung. Bei sehr hartem Wasser (über 21 °dH) empfiehlt sich ein Filter mit starker Kalkreduzierung.

Kartusche / Filterkartusche

Das austauschbare Filterelement im Wasserfilter. Kartuschen enthalten je nach Modell Aktivkohle, Ionenaustauscher oder eine Kombination. Sie haben eine begrenzte Lebensdauer (meist 4 Wochen oder 100–150 Liter bei Tischwasserfiltern) und müssen regelmäßig gewechselt werden.

Keimsperre

Ein feinporiger Filter (meist Hohlfasermembran mit 0,1–0,4 Mikrometer Porengröße), der Bakterien und andere Mikroorganismen mechanisch zurückhält. Nicht alle Wasserfilter haben eine Keimsperre – der BRITA ON TAP beispielsweise filtert Bakterien, einfache Tischwasserfilter in der Regel nicht.

Legionellen

Stäbchenförmige Bakterien, die sich in stehendem, warmem Wasser (25–45 °C) vermehren und beim Einatmen von Wasserdampf (z. B. Dusche) die Legionärskrankheit auslösen können. Wasserfilter für Trinkwasser schützen nicht vor Legionellen – diese werden durch Temperaturhaltung (über 60 °C) und regelmäßiges Spülen der Leitungen bekämpft.

Membranfilter

Filtertechnologie, die Wasser durch eine halbdurchlässige Membran presst. Je nach Porengröße unterscheidet man Mikrofiltration (0,1 µm), Ultrafiltration (0,01 µm), Nanofiltration (0,001 µm) und Umkehrosmose (0,0001 µm). Je kleiner die Poren, desto mehr Stoffe werden zurückgehalten.

Mikroplastik

Kunststoffpartikel kleiner als 5 mm, die in Leitungswasser und Flaschenwasser nachgewiesen werden. Aktivkohlefilter reduzieren Mikroplastik teilweise, Umkehrosmose-Anlagen entfernen es nahezu vollständig. Flaschenwasser aus PET-Flaschen enthält laut Studien oft mehr Mikroplastik als Leitungswasser.

Nitrat

Stickstoffverbindung (NO₃⁻), die durch Düngung in das Grundwasser gelangen kann. Der Grenzwert laut Trinkwasserverordnung liegt bei 50 mg/l. Erhöhte Nitratwerte treten vor allem in landwirtschaftlich genutzten Regionen auf. Standard-Tischwasserfilter reduzieren Nitrat kaum – dafür ist eine Umkehrosmose-Anlage nötig.

PFAS / PFOS

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – eine Gruppe von über 10.000 synthetischen Chemikalien, die extrem langlebig sind ("Ewigkeitschemikalien"). Sie gelangen über Industrie, Löschschaum und beschichtete Verpackungen ins Trinkwasser. Aktivkohlefilter reduzieren PFAS teilweise, Umkehrosmose entfernt sie zu über 95 %.

pH-Wert

Maß für den Säure- oder Basengehalt des Wassers auf einer Skala von 0 (stark sauer) bis 14 (stark basisch). Trinkwasser in Deutschland hat typischerweise einen pH-Wert von 7,0–8,5 (neutral bis leicht basisch). Umkehrosmose-Wasser kann leicht sauer sein (pH 5,5–6,5) und wird daher bei manchen Anlagen remineralisiert.

Schwermetalle

Metalle mit hoher Dichte, die in Spuren im Trinkwasser vorkommen können – z. B. Blei (aus alten Rohren), Kupfer (aus Hausleitungen) und Nickel (aus Armaturen). Ionenaustauscher und Aktivkohlefilter reduzieren Schwermetalle, Umkehrosmose entfernt sie nahezu vollständig.

Sedimentfilter

Vorfilter, der grobe Partikel wie Sand, Rost und Sediment aus dem Wasser entfernt. Sedimentfilter haben eine Porengröße von 1–20 Mikrometern und werden meist als erste Stufe in Umkehrosmose-Anlagen und Untertisch-Systemen eingesetzt, um die nachfolgenden Feinfilter zu schützen.

TDS (Total Dissolved Solids)

Gesamtmenge gelöster Feststoffe im Wasser, gemessen in ppm (parts per million) oder mg/l. Ein TDS-Messgerät zeigt die Summe aller gelösten Mineralien, Salze und Metalle an. Deutsches Leitungswasser hat typisch 150–400 ppm. Nach Umkehrosmose liegt der Wert bei 10–30 ppm. Ein niedriger TDS-Wert sagt nichts über die Wasserqualität aus – er zeigt nur den Mineralgehalt.

Umkehrosmose

Filtertechnologie, bei der Wasser mit Druck durch eine halbdurchlässige Membran (Porengröße ca. 0,0001 µm) gepresst wird. Dabei werden bis zu 99 % aller gelösten Stoffe entfernt – einschließlich Kalk, Nitrat, PFAS, Medikamentenrückstände und Schwermetalle. Nachteil: Es entsteht 30–50 % Abwasser.

Wasserhärte (°dH)

Maß für den Gehalt an Calcium und Magnesium im Wasser, angegeben in Grad deutscher Härte (°dH). Weiches Wasser: unter 8,4 °dH. Mittelhartes Wasser: 8,4–14 °dH. Hartes Wasser: über 14 °dH. Hartes Wasser verursacht Kalkablagerungen und beeinträchtigt den Geschmack von Tee und Kaffee. Die Wasserhärte erfährst du bei deinem örtlichen Wasserversorger.